Volume 6, August 2015
Examination of mid-nineteenth century double bass playing based on A. Müller and F.C. Franke's debate in the Neue Zeitschrift für Musik, 1848 - 1851.

by Shanti Nachtergaele


Appendix: translations of cited foreign texts
Translated by the author (organized alphabetically by author, title)

Bach, Johann Sebastian. St. Matthew Passion. Edited by Alfred Dürr. Urtext Study Score. Kassel: Bärenreiter, 1974. 104 - 115.

Sind Blitze, sind Donner in Wolken verschwunden

Has lightning, has thunder, disappeared in the clouds

Eröffne den feurigen Abgrund, o Hölle

Open the fiery abyss, oh Hell

Zertrümmre, verderbe, verschlinge, zerschelle

Shatter, destroy, devour, smash

Mit plötzlicher Wut

With sudden fury

Den falschen Verräter, das mördrische Blut

The false betrayer, the murderous blood

 

Franke, F.C. Anleitung den Contrabass zu spielen. Chemnitz: J.G. Häcker, 1845.

Wie sehr auch die Wichtigkeit des Contraviolon bei jeden Orchester hervortritt, so findet man doch nur wenig Contrabassspieler welche dieses Instrument gut zu behandeln verstehen. Ausser den sonst erforderlichen Fähigkeiten gehört allerdings starke Muskelkraft, viele Ausdauer und bedeutende körperliche Anstrengung dazu wenn jemand auf diesem kolossalen Instrumente irgend Fortschritte machen will, allen wer den Parnass erklimmen will, darf sich keine Mühe verdriessen lassen, bedauernswerth würde es jedoch sein, läge der Grund, dass gute Contrabassisten so selten sind auch darin dass bei der Wahl des Contrabasspielers für ein Orchester aus mancherlei, namentlich aber aus öconomischen Rücksichten nicht immer mit der nöthigen Umsicht zu Werke gegangen wird. Erscheint nämlich dessen Stellung hier nach nur als eine sehr untergeordnete, so kann sie auch der Natur der Sache nach den Kunstjünger nicht eben zu dem an sich höchst trocknen und angreifenden Studium des Contrabassspieles aufmuntern. (1)

How much the importance of the contraviolin [double bass] stands out in every orchestra, yet one finds few double bassists who know how to play this instrument well. In addition to the other required skills, strong muscular strength, much perseverance, and significant physical effort are also called for if anyone wants to make progress on this colossal instrument[.] All who want to climb Mount Parnassus must allow no effort to be spared[.] However, it would be unfortunate if for the reason that good double bassists are so rare also therein the selection of double bassists for an orchestra for many [reasons], but mainly because of economic considerations, do not also go to work with the necessary good judgment. It's position appears namely only very minor here, so it can also be the nature of the matter that disciples of art are not encouraged by the very dry and [demanding] study of double bass playing.

Ein Hauptgrund weshalb es verhältnissmässig so wenig tüchtige Contrabassisten giebt, liegt aber auch darin, dass für diese Instrument noch zu wenig wirklich practische, auf Erfahrung gegründete Schulen erschienen sind, die bereits vorhandenen aber theils ihrem Zwecke nicht genug entsprechen, theils nicht hinlänglich bekannt und verbreitet sind. (1)

A major reason why there are relatively few efficient double bassists, also lies in the fact, that too few really practical methods which are grounded in experience have been published[.] However, the existing ones partly do not meet their purpose enough and partly are not well known or widespread.

Da ich nun, so zu sagen, hinter dem Contrabasse aufgewachsen und von Jugend auf bemüht gewesen bin, die Anleitung trefflicher Lehrer mit meinen eigenen Erfahrungen zu vereinen, so glaubte ich durch deren Mittheilung allen denen welche sich auf diesem Instrumente ausbilden wollen, nützlich werden zu können. (1)

Since I have, so to speak, grown up behind the double bass and have since youth endeavored to unite the instructions of admirable tutors with my own experiences, I believe I can be useful through these notes to all those who want to train on this instrument.

Dies und die mir von verschiedenen Seiten gewordene Ausforderung veranlassten mich, das nachstehende Werkschen den bereits vorhandenen Schulen anzureihen (1)

This and requests that came to me from various parties prompted me to add the following work to the ranks of existing methods

Bass nennt man in Allgemeinen bei jedem Musikstücke die tiefsten Töne, gleichviel, ob sie gesungen, oder auf irgend einem Instrumente hervorgebracht werden; durch sie bestimmt der Componist die Harmonie-Folge, den eigentlichen, innern Werth der Musik. Es ist dem zu folge eine gute Besetzung des Basses hauptsächlich erforderlich, der Ausführung eines Tonstücks den vollendeten Eindruck zu sichern. Wie nun einem Orgelwerke ein kräftiges Pedal zur Erhebung dient und demselben Fülle und Majestät giebt, so bewirkt dies bei einem Orchester ein gut besetzter Bass, dessen Basis immer der Contraviolon bleiben wird, da unter allen musikalischen Instrumenten keines ist, welches bei solcher Tiefe, durch die Menge der verschiedenartigsen Töne, solche Würde behauptet, während er den übrigen Instrumenten in allen Nüancirungen gleich kommt. (2)

In general one calls the lowest notes in all music the bass, regardless of whether they are sung, or played on any instruments; through it the composer defines the harmonic progression, the actual, internal value of the music. It follows that a good cast of basses is chiefly important in the performance of a musical work to ensure the perfect impression. As now in an organ work a strong pedal works for the ennoblement and gives fullness and majesty, the same occurs in an orchestra with a well-assigned bass[.] The base will always remain the contraviolin [double bass] because among all instruments there are no others that claim such a depth, with the amount of different types of tones, maintains such dignity, while equaling the other instruments in nuances.

Die Grösse des Contraviolin ist sehr verschieden, man findet aber bei einem guten Instrumente stets ein richtiges Verhältniss der Form, Grösse und Stärke jedes einzelnen Theiles an sich selbst, wie zu dem ganzen Baue. (2)

The size of the contraviolin [double bass] varies greatly, but one finds in a good instrument always a good proportion of shape, size, and strength in each part itself, as well as in the whole construction.

wenn der Kopf mit Blei ausgefüllt ist, so gewährt die dadurch hervorgebrachte Schwere manchen Vortheil. (2)

When the head [of the bow] is filled with lead, the resulting heaviness grants some advantage.

Die Stellung wirkt hauptsächlich auf die Kraft und Gewandheit, es kann aber eine und dieselbe nicht Jedem die vortheilhafteste sein, weil dieselbe mehr von der Grösse des Spielers zu der des Instruments abhängt. (3)

The position mainly effects strength and agility, however the same [position] may not always be the most advantageous, because it depends on the size of the player and the instrument.

Je grösser der Spieler ist, desto mehr Vortheile wird derselbe erlangen, wenn er den Contraviolon, welcher mit der linken Hand am Halse festgehalten wird, gerade vor sich hinstellt , so dass der linke Fuss, mitten hinter dem Instrumente stehend, seinen eignen Körper trägt, den rechten Fuss dagegen ein wenig vorwärts setzt und das etwas auswärts gebogene Knie an der Zarge und dem Rande des Bodens anlegt, um durch eine Bewegung desselben das Instrument vor- und rückwärts drehen zu können, wie es die Hervorbringung der Töne auf der tiefsten und auf der höchsten Saite erfordert. Beim Gebrauch der tiefsten Saiten kann man, indem man das Instrument vorwärts wendet, zugleich den eignen Körper ein wenig nach der rechten Seite biegen. Je kleiner der Spieler ist, desto vortheilhafter wird es, das Instrument mit der Large, wo die tiefste Saite liegt, mehr nach sich gewendet vor sich zu stellen, auf dem rechten Fusse, welcher dem Rande des Bodens gans nahe seinen Platz erhält, seinen eignen Körper ruhen zu lassen, und den linken fuss hinter dem Instrumente so zu setzen, dass das ein wenig vorwärts gebogene Knie den Boden berührt, und durch eine Bewegung die schon erwähnte Wendung des Instruments bewerkstelligt. Auch hierbei ist die Biegung des eignen Körper beim Gebrauch der tiefsten Saite nicht zu verwerfen, jedoch dürfen alle Bewegungen immer nur kann bemerkbar sein, wie überhaupt mit vieler Sorgfalt darauf zu achten, dass die Haltung stets gerade und ungezwungen, und jede unnöthige Bewegung zu vermeiden ist. (3)

The bigger the player is, the more advantage he gains, if he positions the contraviolin [double bass], which is held with the left hand on the neck, right in front of himself, so that the left foot, standing in the middle behind the instrument, bears his body weight[;] the right foot on the other hand is set a little bit forward and the slightly outwardly bent knee is applied to the side and edge of the back [of the instrument], and through its movement the instrument can rotate back and forth, as is required for the production of tones on the lowest and highest strings. When using the lowest strings one can, by turning the instrument a little bit forward, at the same time turn his own body a little to the right. The smaller the player is, the more advantageous it is to turn the edge of the instrument where the lowest string is more towards himself[;] to let his body rest on the right foot, which takes its place very close to the edge of the back [of the instrument;] and to place the left foot behind the instrument, so that the slightly forward bent knee touches the back [of the instrument], and by moving achieves the previously mentioned rotation of the instrument. Also in this case the bending of the body when using the lowest string is not to be rejected[;] however, all movements must always be as unnoticeable as possible with much care taken that the posture is always straight and at ease, and any unnecessary movement is avoided.

Man nimmt den Bogen in die rechte Hand, legt den kurzen Theil der Stange, welcher hinter dem Frosche hinaussteht, zwischen den Daumen und Zeigefinger. Der Mittelfinger, welcher den Bogen in der erforderlichen Lage zu tragen hat, wird dicht an dem Frosche unter der Stange, der Daumen als Gegenhalt über der Stange, der Zeigefinger gleichsam zu beider Unterstützung zwischen dieselben an der Stange ausgestreckt angelegt, und mit dem Gold- und kleinen Finger greift man in den Frosch ein. (3)

One takes the bow in the right hand, places the short part of the stick, which sticks out behind the frog, between the thumb and index-finger. The middle-finger, which has to support the bow in the required position, is close to the frog under the stick, the thumb as counter grip over the stick, the index-finger is placed between the two as an equal support to both, and with the ring- and little-fingers one grips in the frog.

Die Finger werden nicht wie bei der Violine auf die Spitze gestellt, sondern ausgestreckt mit dem ersten Gliede so fest aufgelegt, dass die Saiten nicht ausweichen können und den Ton rein und wohlklingend hergeben. Der Daumen wird als Gegendruck unter dem Halse angelegt, und zwar, um der Hand bei dem Wechsel der Lagen leicht folgen zu können, nur mit dem ersten Gliede, so dass die Höhlung der Hand frei bleibt. In der tiefern Lagen wird er ohngefähr mit dem Mittelfinger in gleiche Linie gebracht, weil dort die Töne weiter von einander entfernt sind, als in den höhen Lagen. (7)

The fingers are not placed on the tips like with the violin, but stretched out with the first segment applied firmly, so that the string cannot escape and gives a pure and sonorous sound. The thumb is applied to the neck as counter pressure, and namely, to be able to easily follow the hand in the changes of position, only with the first segment, so that the hallow of the hand stays free. In the lower positions it is placed in roughly in line with the middle finger, because there the notes are further apart than in the higher positions.

 

Franke, F.C. "Bemerkungen zu dem Aufsatze in dies. Zeitschr., Band 28. Nr. 45: Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, mit Hinblick auf die Symphonien von Beethoven, von Aug. Müller, und dessen zweiten Artikel, Band 29. Nr. 29." Neue Zeitschrift für Musik 29, no. 47 (December 9, 1848): 272-275.

die zum Contrabaßspiel erforderlichen materiellen Bedürfnisse (ein gutes Instrument, ein guter und hinsichtlich der Stärke im richtigen Verhältniß stehender Bezug, ein guter Bogen u.) nur äußerst selten für nothwendig erachtet werden. – Eine solche Stellung, in welcher die Erzeugnisse (die Töne) zwar überall, das Instrument selbst sammt seinen Spielern aber so selten gewürdigt weden, kann allerdings auch nicht geeignet sein, Kunstjünger anzuspornen, sich im vollen Sinne des Wortes dem Contrabasse zu widmen. (273)

the materials required to play double bass (a good instrument, a stringing that is good and in the right proportion with the [instrument's] strength, a good bow) are only very rarely considered necessary. –Such a position, in which the product (the sound) [is] indeed everywhere, [but] the instrument itself, together with its players, are so rarely appreciated, however, may not be suitable to inspire disciples of art to devote themselves to the double bass in the full sense of the word.

Bei der Aufzählung sämmtlicher herausgekommenen Lehrbücher und Schulen ist unbegreiflicher Weise gerade das neueste (schon oben citirte) kleine Werk: Anleitung den Contrabaß zu spielen, Chemnitz, bei J. G. Häcker, obschon in Nr. 43. dies. Zeitschr., Bd. 22 vom J. 1845 eine anerkennende Recension darüber erschienen, gar nicht in Erwähnung gebracht. . . . jedenfalls aber dient es zum vollständigen Beweise, daß die geringe Anzahl der hierher gehörenden vorhandenen Werke nicht hinlänglich bekannt und verbreitet ist. (273)

In the list of existing method books, the newest (already cited above) small work: Instructions to play the double bass, Chemnitz, by J.G. Häcker, positively reviewed in volume 22 no. 43 from the year 1845 of this journal, is not mentioned at all. . . . Anyway, it is used to complete evidence that the small number of these existing works are not well known or widespread.

Dieser Griff bedingt zwar in den tieferen Lagen eine Spannung der Finger, man hat dadurch aber den unberechenbaren Vortheil, ohne zu springen oder zu rutschen, auch in der tiefsten Lage alle Töne greifen zu können; . . . Ueberflüssiges Springen ist aber eben so verwerflich, als der Verf. ausdrücklich das Rutschen erklärt. (274)

This grip requires a stretching of the fingers in the lower positions, but with it one has an incalculable advantage, without jumping or sliding, to be able to play all the notes in the lowest position; Superfluous shifting is just as reprehensible, as the author expressly declares about the slides.

Was würde, ja was müßte man dazu sagen, wenn ein Violinist oder Violoncellist auf die Idee verfiele, einen Finger für untauglich erklären und das Richtige und Zweckmäßige einer daraus zu folgernden Applicatur darthun zu wollen? (274)

What would you say if a violinist or a cellist would regress to this idea, try to declare a finger disabled and explain that a fingering derived from this is correct and useful?

Zum Schlusse, giebt der Verf. die unfehlbar sichersten Regeln, eine kunstgerechte Ausbildung möglichst bald zu erlangen, . . . es möge jedoch vergönnt sein, diese Regeln noch damit zu erweitern, daß zu Terzen, Sexten und Octaven auch die Quarten, Quinten und Septimen, zu dem Legatospiele aber überhaupt Stricharten aller Gattungen zu dieser täglichen Uebung gestellt werden. Die vollendete Ausbildung setzt strenge Uebung in allen Zweigen voraus. (274-275)

In conclusion, the author gives the infallibly surest regimen to obtain a skillful training as quickly as possible, . . . However it may be permitted to extend this regimen for daily practice with, in addition to thirds, sixths, [and] octaves, also fourths, fifths and sevenths, not only legato playing but all bowing styles. The perfect training sets strict exercise ahead in all directions.

 

Franke, F.C. "Ueber den Contrabaß." Neue Zeitschrift für Musik 34, no. 3 (January 17, 1851): 29-32.

Bei dem Bogen empfehle ich den Kopf mit Blei auszufüllen, und muß, obgleich Hr. M. Bd. 30, Nr. 45 dies nicht für gut hält, dabei verbleiben, denn: der Bogen ist ohne dies Hülfsmittel am Ende der Stange durch den Frosch ungleich schwerer als am Kopfende, so daß der Spieler die Hauptschwere desselben in der Hand hat und auf diese Weise die Töne nur durch Kraftaufwand hervorbringen kann, indeß der mit Blei ausgefüllte Kopf ein Gegengewicht giebt, welches die Kraft des Spielers wesentlich unterstützt, mithin Vortheile gewährt, die selbst der kräftigste Bassist nicht verschmähen wird. (29)

With the bow, I recommend filling the head with lead, which I must stand by, although Mr. M Vol. 30, Nr. 45 does not think it is good, because: without this aid the end of the bow becomes much heavier than the tip because of the frog, so that the player has most of the bow's weight in the hand and can only produce notes by using force, however the lead-filled tip produces a counterweight, which substantially supports the power of the player, thus providing advantages which even the strongest player will not reject.

Greift man nun nach Hrn. M.'s Vorschrift (Bd. 30, Nr. 45 und Art. 2. Bd. 29, Nr. 29) mit dem Mittel- und Ring-Finger in den Frosches ein, so ergiebt sich: 1) daß der außerhalb der Frosches freiliegende kleine Finger hinderlich ist, 2) daß der Gegendruck und die Reibungen des Frosches auf den empfindlichsten Theil der Hand (zwischen den Gold- und kleinen Finger) fallen, wodurch mindestens die Ausdauer geschwächt wird, 3) daß zur Stange zu tragen jedenfalls der Mittelfinger, als der Längste, dem Zeigefinger vorzuziehen ist, 4) daß die Verrichtungen der Finger überhaupt zu ungleich vertheilt sind, und 5) endlich und hauptsächlich, daß der Wechsel vom col'arco zum pizzicato, und umgekehrt, eine förmliche Revolte der ganzen Hand erfordert. (30)

If one holds the bow according to Mr. M.'s rule (Vol. 30, No. 45 and Article 2 Vol 29, No. 29) with the middle and ring fingers in the frog, it follows: 1) that the little finger which is outside the frog is exposed and a hindrance, 2) that the counter pressure and friction of the frog fall on the most sensitive part of the hand (between the ring- and little finger), causing the stamina to at least be weakened, 3) that the middle-finger is preferable to the index finger to carry the stick because it is the longest, 4) that the tasks of the fingers are unevenly distributed, and 5) finally and most importantly, that the change from col'arco to pizzicato, and back, requires a complete rotation of the whole hand.

Dabei finde ich keinen wesentlichen Unterschied, denn: die ganze Differenz, sowohl bei der Lage des Daumens, als auch der der übrigen Finger überschreitet kaum eine Haarbreite. (30)

In this case, I find no essential difference, because: the whole difference both in the position of the thumb, and also the other fingers hardly exceeds a hair's width.

kann nichts zweckmäßiger sein, als in der ersten Lage, ohne springen, oder rutschen zu müssen, alle Töne und dadurch die möglichst sichersten Regeln für jede vorkommende Passage zu erhalten, (30)

nothing can be more convenient than having all the notes in the first position, without shifting or sliding, and thereby obtaining the surest possible rules for any passage,

das Freiertönen der leeren Saiten aber zum Colorit des Tongemäldes gehörig. (30)

the free tone of the open strings with the proper coloring of tone painting

Bem. Bei der letzten Stelle kenne ich überdies auch kein Gesetz, welches den zweiten Finger zu dem cis zuläßt, dies fordert hier unbedingt den dritten Finger. (31)

Moreover, in this last passage I know of no rule that allows for the second finger to play the C#, this calls here absolutely for the third finger.

Nach meiner Meinung liegt aber in der Natur der Sache selbst nicht allein, daß durch die Anwendung des dritten Fingers, und zwar hauptsächlich aus dem Grunde, weil derselbe eben zum Triller am vortheilhaftesten anzuwenden ist, die Reinheit gar nicht, und am allerwenigsten bei schnelleren Passagen leiden, folglich auch schon deshalb kein Grund, den dritten Finger vom regelmäßigen Gebrauche auszuschließen, zu rechtfertigen sein kann; (31)

However, my opinion lies not only in the nature of the issue, that the use of the third finger is justified, mainly for the same reason that it is advantageous for trills, that clarity does not suffer especially in fast passages, consequently there is no reason that excluding the third finger from regular use can be justified;

Noch muß ich bekennen, daß die vorhandenen Ausdrucksmittel, als wissenschaftliche Theile des Ganzen, in meiner Anl. erwähnt sind, deshalb eine Ursache, ob und in wiefern "col legno in eine verschwundene Zeit gehöre", oder gar "unpoetisch" sei, hier wohl nicht am rechten Orte sein kann. (32)

Yet I must confess that the existing means of expression, as a scientific part of the whole, are mentioned in my method, therefore a reason, whether and to what extent " col legno disappeared a long time ago,"or is even "unpoetic,"is probably not in its right place here.

daß Veränderungen nach bloßem Gutdünken, deren Hr. M. verschiedene angiebt, gar nicht statthaft sein können. (32)

the changes according to bare discretion, of which Mr. M. gives several, cannot be permitted.

er so wenig, als jeder andere Instrumentalist, nach Willkür und Bequemlichkeit, vorgeschriebene Töne beliebig in eine andere Octave verlegen, oder Passagen vereinfachen und verändern darf; dergleichen Veränderungen können wieder nur dem Dirigenten, als alleinigen, verantwortlichen Vertreter der Intentionen des Componisten, zugestanden werden. (32)

he should as seldom as any other instrumentalist, transpose notes to another octave arbitrarily and for convenience, or simplify and change passages; these changes can again only be made by the conductor, as the sole representative responsible for the intentions of the composer.

 

Fröhlich, Franz Joseph. Vollst ä ndige Theoretisch-praktische Musikschule. Bonn: N. Simrock, 1811.

Wir können nicht umhin, die verderbliche Gewohnheit bei vielen Orchestern zu rügen, wo man dieses Instrument Personen anvertraut, die, wenn sie auch einige Fertigkeit im Mechanischen derselben sich erworben haben, weit entfernt, den tiefen Charakter zu ahnden, welcher in der von ihnen vorzutragenden Stimme liegt, theils mit Oberflächlichkeit die würdigsten kräftigen Stellen, den reinen Ausfluss der höhern Begeisterung des Tonsetzers, mit kälte behandeln, theils die sanftesten zartesten Gegensätze mit einem unzeitigen geschmacklosen Feuer verderben. Man darf es daher behaupten, dass ein guter, den oben angegebenen Foderungen entsprechender Contrebassist, so zu sagen, die Seele der ganzen Musik sey (92)

We cannot avoid rebuking the destructive habits of many orchestras who entrust this instrument to people who, though they have acquired some mechanical skill, [far from it], damage the deep character with the way they carry forward the voice, partly by treating the worthiest strong points with superficiality, the emanation of the composers enthusiasm with cold, and partly by spoiling some of the softest delicate contrasts with an untimely tasteless fire.  One may argue, therefore, that a good double bassist, corresponding to the above mentioned demands, is so to speak, the soul of all music.  

 

Hause, Wenzeslas. M é thode Complette de Contrebasse. Mainz: Schott, 1826.

Troz seiner Unentbehrlichkeit, giebt es doch sehr wenige die denselben gut zu behandeln wissen. Sollte die Ursache wohl darinnen zu suchen seyn, dass noch keine Anleitung zur zweckmaesigen Behandlung desselben vorhanden ist, daran doch jedes andere Instrument keinen Mangel hat? (Vorrede)

Despite its indispensability, there are few who know how to play it well. Isn't the cause probably to be found herein, that no guide for its effective treatment is available yet, while all the other instruments have no shortage?

 

Ledebur, Carl Freiherrn von. Tonk ü nstler-Lexicon Berlin ' s: von den ä ltesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Berlin: Ludwig Rauh, 1861.

Francke (F. Christoph). Geb. d. 13. Mai 1804 zu Sangerhausen, trat 1821 in das Musik-Chor des K. preuss. Kaiser Alexander-Regiments zu Berlin, ward 1824 als Contrebassist beim Orch. des Königsst. Th. daselbst angestellt und erhielt 1834 den Ruf als 1. Contrebassist der Herz. Anhalt'schen Kapelle zu Dessau. Später soll er bei der Kapelle zu Strelitz angestellt worden sein. Während seines Aufenthaltes zu Berlin liess er sich 1830 als Concertspieler auf seinem Instrumente mit einem selbst componirten Concertino nebst Variationen hören. Von ihm erschienen: 6 Pièces br. p. Pf., ded. à son ami Aug. Kühnau. Berl. Logier; ferner: Anleitung, den Contrebass zu spielen, 24 gr. Musikbog., in 6 Lief, à 4 Bog. Berlin, Esslinger. (161)

Francke (F. Christoph). Born 13 May 1804 in Sangerhausen[.] In 1821, entered the Music-Choir of the Royal Prussian Emperor Alexander-Regiment of Berlin[.] In 1824, became double bassist for the Orchestra of the Kings Municipal theater (Königsstädtisches Theater) there, and in 1834 received the invitation to be 1st double bassist of the Ducal Chapel of Anhalt in Dessau. Later he would be employed by the chapel in Strelitz. In 1830, during his stay in Berlin he let himself be heard as a soloist on his instrument with a self-composed concertino with variations. He has published: 6 pieces [Br. p. Pf.], dedicated to his friend Aug. Kühnau. Berl. Logier; also: Instructions to play the double bass, [24 gr. Musikbog., in 6 Lief, à4 Bog. Berlin, Esslinger.]

 

Miné, Jacques Claude Adolphe. Methode de Contre-Basse. Paris: A. Meissonier, c.1830.

La contre-basse est l'instrument le plus grâve de l'orchestre; sa puissance de son le rend indispensable pour nourir et lier les masses d'harmonie qui se trouvent dans la musique en simphonie. (1)

The double bass is the lowest instrument of the orchestra. Its power makes it indispensable for nourishing and binding the masses of harmony found in symphonic music.

 

Müller, August. "Ein guter Contrabaß." Neue Zeitschrift für Musik 60, no. 13 (March 25, 1864): 108.

entweder produciren sie, wenn ihnen im forte von den Spielern tüchtig zugesetzt wird, einen harten, holzigen Ton ohne Nachklang, oder sie treten nicht genug hervor und verschwinden sogar nicht selten ganz in der Masse. Des auch zuweilen vorkommenden ganz und gar verwerflichen Aufschlagens der Saiten

either they produce, when the players sufficiently play out in forte, a hard, woody sound without echo/resonance, or they are not prominent enough and disappear completely into the mass. A completely reprehensible hammering of the strings also sometimes occurs

Die alten Contrabässe von bekannten italienischen Meistern sind selten, sogar sehr selten.

The old basses of well-known Italian masters are rare, very rare actually.

Ferner sind die meisten sehr dünn von Holz, und zwar von einem nichts weniger wie ausgesuchten Holze, sowol an Decke und Boden als auch an den Zargen. Auch fehlt es an passender Mensur, an richtigem Arrangement des Steges, des Griffsbretts etc. etc. Mit einem Worte: sie sind für ihren zu erfüllenden Zweck in hohem Grade unzureichend.

The rest are mostly made from very thin wood, and [further] from a less than carefully selected wood, both on the top and back and on the sides. Also, there is a lack of appropriate scale, proper arrangement of the bridge, fingerboard etc. etc. In a word, they are inadequate for the purpose to be fulfilled.

 

Müller, August. "Erwiderung." Neue Zeitschrift für Musik 29, no. 38 (November 7, 1848): 224.

Die Nr. 30 dieser Zeitschrift vom 10ten October 1848 enthält eine Anfrage, warum ich bei Gelegenheit meiner Abhandlung über den Contrabaß, welche vor Kurzem in diesen Blättern erschienen ist, eine Contrabaß-Schule von Franke in Dessau nicht erwähnt habe. – Ich bin weit entfernt, Verdienste nicht anzuerkennen, und habe durch die Empfehlung der Schule von Slama (der mir durchaus nicht persönlich bekannt ist und mit dem ich keiner Verbindung stehe) Beweis davon gegeben. Die Schule von Franke war mir nicht bekannt, sonst würde es mir, im Falle sie gut und brauchbar ist, eine wahre Freude gewesen sein, ihrer zu gedenken und sie zu empfehlen. Deshalb danke ich dem Einsender jeuer Anfrage von ganzem Herzen, und werde die erwähnte Schule entweder in dem, leider durch mein Unwohlsein so lange zurückgehaltenen, nun aber baldigst erscheinenden, dritten Artikel über die Behandlung des Contrabasses, welcher über die Symphonien von Beethoven handelt, näher beleuchten, oder ihr, im Falle sie für's Allgemeine so viel Interesse bietet, einen ganz besonderen Artikel widmen.

No. 30 in this journal from October 10, 1848 contains the question, why have I not mentioned, in my discussion of the double bass that appeared recently in this periodical, the double bass method by Franke in Dessau. –I am [far from] not recognizing merits, and I have, by recommending the method of Slama (who is not personally well known to me with whom I am not affiliated), given proof of it. Franke's method was not known to me, otherwise if it were, in the case that it is good and useful, it would have been a joy to think of and recommend it. I therefore thank the submitter of the request with all my heart, and will devote a special article, either in the third article about the double bass, which more closely illuminates the symphonies of Beethoven, and is unfortunately and to my discomfort so long delayed, but will appear soon, or in the case that it offers so much interest in general, devote a special article to it.

 

Müller, August. "F. C. Franke's Anleitung den Contrabass zu spielen." Neue Zeitschrift für Musik 30, no. 45 (June 4, 1849): 243-246.

Nur glaube ich nicht, daß es gut ist, den Kopf des Bogens mit Blei auszufüllen; er wird so zu schwer und hemmt die leichte, freie Bewegung. Ein kräftiger Bassist und das gewichtige amerikanische Holz erfüllen schon den Zweck, dem Bogen die nöthige Schwere zu verleihen. (244)

Only I do not think that it is good to fill the tip of the bow with lead; it becomes too heavy and inhibits its easy, free movement. A strong bass player and the heavy American wood [pernambuco] already fulfill the purpose of giving the bow the requisite heaviness.

Bei der Stellung des Körpers empfiehlt Hr. Fr., den Körper etwas nach der rechten Seite zu biegen, wenn die tieferen Saiten angestrichen werden sollen. Ich finde dies eben so falsch als den Rath, daß der kleinere Spieler das Instrument mehr nach sich zuwenden soll und auf dem rechten Fuß seinen eigenen Körper ruhen zu lassen. Der Contrabassist muß, meiner Ansicht nach, stets gerade und aufrecht stehen und darf sich bei dem Gebrauch der tieferen Saiten nicht auf die rechte Seite neigen; das Gewicht des Spielers selbst aber muß immer auf den linken Fuß kommen. Stützt sich der Contrabassist auf die rechte Seite, dann verliert er an der freien Bewegung des rechten Armes. Das linke Knie wird die nöthige Wendung des Instruments schon bewerkstelligen, wenn die tieferen Saiten im Gebrauche sind. – Kleine Contrabassisten sollen auch kleinere Instrumente nehmen, oder noch besser von der großen Geige ganz wegbleiben. (244)

For the position of the body, Mr. Fr. recommends bending the body slightly to the right, when the lower strings are to be bowed. I find this just as wrong as the advice that the smaller player should turn the instrument more toward himself and support his body on his right foot. The double bass player must, in my opinion, always stand straight and upright, and not lean to the right when using the lower strings; The weight of players must actually always come on the left foot. If the double bassist supports himself on his right side, then he loses the free movement of his right arm. The left knee already accomplishes the requisite turning of the instrument, when the lower strings are in use. – Small double bassists should also use smaller instruments, or even better stay away from the big violin entirely.

Gegen die Vorschrift, welche Hr. Fr. bei der Haltung des Bogens ertheilt, daß nämlich der Ring- (Gold-) und der kleine Finger in den Frosch zu liegen kommen, glaube ich opponiren zu müssen; es wird dadurch eine unnatürliche, gezwungene Haltung hervorgebracht, welch (indem sie die Schwere der Hand weniger auf den ganzen Frosch vertheilt und mehr auf die Stange concentrirt) das sogenannte Hacken, Hauen (Aufdiesaitenwerfen) des Bogens unterstützt. Es ist, nach meiner Ueberzeugung, weit natürlicher, den Bogen so zu halten, daß der Mittel- und Ring (Gold-) Finger in dem Frosche liegen, und daß der Zeigefinger die Stange trägt und ihr die nöthige Richtung giebt; der kleine Finger aber schmiegt sich zwanglos außerhalb der Frosches an und bleibt ohne besondere Thätigkeit. (244)

Against the rule that Mr. Fr. sets forth for holding the bow, namely that the ring-finger and little-finger come to rest in the frog, I think I must oppose; it produces an unnatural, forced position, which (because the weight of the hand is distributed less on the whole frog and concentrated more on the stick) causes so-called hacking and sawing (throwing on the string) with the bow. It is, I am convinced, far more natural to hold the bow so that the middle- and ring- fingers lie in the frog, and that the index-finger carries the stick and gives it the requisite direction; the little finger nestles itself casually on the outside the frog without any special action.

In dem Kapitel über die Haltung der Finger der linken Hand verordnet Hr. Fr., die Finger auszustrecken und sie mit dem ersten Gliede so fest auszulegen u.s.w. – Das ist jedenfalls falsch. Der Contrabassist braucht just die Finger nicht so wie der Violinspieler zu stellen, aber er darf sie auch nicht legen, soll er Kern im Tone haben; es giebt eine Mittelstraße zwischen dem Legen und völligen Stellen, und die muß er einschlagen. Um dies zu bewerkstelligen, darf auch der Daumen nicht, wie Hr. Fr. wünscht, mit dem ersten Gliede unter den Hals angelegt werden, sondern er muß mehr in der Gegend des ersten Gelenkes gegen die rechte Seite des Contrabaß Halses hin seine Verrichtung vollsiehen; die nöthige Hohlung der Hand, so wie die Leichtigkeit in der Haltung wird nicht dabei leiden. – Die Vorschriften, welche Hr. Fr. in diesem Kapitel, so wie in dem nun folgenden über den Fingersatz, giebt, beweisen auf's klarste, daß er den Charakter des Instrumentes, für welches er die Schule schrieb, nicht ex fundamento begriffen hat. (244)

In the chapter on the position of the fingers of the left hand Mr. Fr. instructs, stretch out the fingers and lay them firmly with the first segment, etc. – This is in any case wrong. Double bass players do not just use the fingers in the same way as violinists, but they can also not lay them [-flat], if he is to have a core in tone; there is a middle-road between-flat fingers and total points, and this is what he must pursue. To accomplish this, also the thumb may not be, as Mr. Fr. wishes, be applied with the first segment under the neck, but it must be placed more in the area of the first joint against the right side of the double bass's neck; the requisite hollow of the hand, for the lightness of the position, will not suffer as a result. – The rules, which Mr. Fr. gives in this chapter, as well as the following one about the fingering, prove clearly that he has not understood ex fundamento the character of the instrument for which he wrote this method.

Ich erlaube mir nun dabei zu bemerken, daß dies, selbst bei der kolossalsten Hand, nur dann möglich ist, wenn diese Hand, so wie deren Finger, auf eine unnatürliche gespreitzte, de Kraft schwächende Weise angewendet werden. . . . Ferner verwerfe ich die regelmäßige Anwendung des dritten (Gold-) Fingers, und zwar aus folgenden Gründen: 1) springt bei dem Ansehen der Hand und ihrer Größe in die Augen, daß sie nur zur soliden Erzeugung von einem ganzen und zwei halben Tönen gemacht ist. Da nun 2) der dritte Finger vornherein der unselbstständigste an der ganzen Hand ist, so kann er auch zur zelbstständigen Wirksamkeit am wenigsten empfehlenswerth sein, und nur im Vereine mit einem anderen Finger wirken. er darf deshalb, meiner Ansicht nach, nur ausnahmsweise allein angewendet werden; z.B. bei der Octave der leeren Saiten, wo der kleine Finger, seiner Kürze wegen, nicht mehr ausreicht, und vielleicht bei dem Triller mit ganzen Tönen, wo die Anwendung der vollen Hand zu schwerfällig sein würde. (244-245)

I let myself note here, that this, even with the most colossal hand, is only possible if one unnaturally stretches the hand and fingers in a force-debilitating manner. . . . I further reject the regular use of the third (ring) finger, for the following reasons: 1) it jumps to the eyes when looking at the hand and its size, that it is only made to produce solid sound of one whole- or two half-tones. Since 2) the third finger is a priori the least independent of the whole hand, it may also be the least worthy to recommend for independent activity, and acts only in cooperation with another finger. It must therefore only be used in exceptional cases, in my opinion; e.g. for the octave of the open strings, where the little finger, because of its shortness, is no longer sufficient, and perhaps at whole tone trills, where the application of the full hand would be too cumbersome.

Der Contrabassist bewältigt schon bei einem derartigen Fingersatze . . . alle Schwierigkeiten, welche die Möglichkeit der Ausführung für sich haben, und erhält sich um so mehr seine Kraft, da der, im Verhältniß zu dem zweiten Finger allerdings schwächere vierte Finger durch die Beihülfe des dritten, die ihm gewiß ist, eine schätzenswerthe Stützt erhält. (245)

The double bassist already handles with such a fingering all the difficulties which he must possibly execute, and receives more power for the fourth finger, which is weaker in relation to the second finger, from the added help of the third finger, which is certainly a support for it.

der Bogen, namentlich im forte, bei dem Staccato nicht von den Saiten aufgehoben werden darf, daß der Contrabassist vielmehr, nach dem scharfen Anstrich jeder Note, die Pauze, welche nach diesem Anstrich bis zum folgenden Tone eintreten muß (bei welcher Hr. Fr. das Aufheben des Bogens auf die Saite vorschreibt), durch festes Niederhalten des Bogens auf die Saite beobachtet; er arretirt nach dem ersten scharfen Anstrich den Bogen, behält den Druck bei, und hemmt so das weitere Fortklingen des Tones. Nur bei angewendetem springenden Bogen (den man im piano, bei schnellen Wechsel des Bogens auf einem Tone, sehr empfehlen kann) wird derselbe zwischen den einzelnen Tönen etwas von den Saiten entfernt. (245)

the bow, especially in forte, cannot be taken off the string in the staccato, but rather the double bassist, after the-sharp stroke of every note, must [execute] the pause until the stroke of the following note (in which Mr. Fr. instructs to take the bow off the string) by firmly holding the bow down to the string; he stops the bow after the first-sharp stroke, maintains pressure, and this inhibits the further sounding of notes. Only with administering the bouncing bow (in piano, for fast bow changes on one tone, is highly recommended), the bow is taken of the string a little between the individual notes.

Was Hr. Fr. über col legno sagt, hätte er wohl ganz unerwähnt lassen können; das gehörte in eine verschwundene Zeit. Man hat dieses Ausdrucksmittel als unpoetisch schon gar zu lange entfernt und benutzt es nicht mehr, und das mit Recht. (245)

What Mr. Fr. has to say about col legno he probably could have left out altogether; it belongs to a lost time. This expression has for a long time already been removed as [it is] unpoetic, and is no longer used, and rightfully so.

Vor allen bietet sie recht gute Uebungen in großer Ausdehnung und geregelter Folge, in allen Tonarten und Intervallen, in Stricharten, gebrochenen Accorden u.s.w., welche man bestens empfehlen kann. Ferner hat Hr. Franke unter den Ueberschriften: Von den Verzierungen – Ueber die Schreibmanieren – Recitativ u.s.w. – namentlich aber unter dem Titel 'Bezonderes' sehr Zweckmäßiges geliefert, auf welch' letzteres vor ihm noch Niemand aufmerksam gemacht hat, und wofür man ihm sehr dankbar sein muß. (246)

Above all, it provides fairly good exercises to a great extent in regulated sequence, in all keys and intervals, in bowing styles, broken chords, etc. which can be highly recommended. Furthermore, Mr. Fr. has under the headings: on the ornaments –about writing styles –recitatives, etc. –namely under the classification of "special subjects"supplied very useful information, the last of which nobody has every written about before him, and for which you must be very grateful to him.

 

Müller, August. "Tabletten eines Contrabassisten." Neue Zeitschrift für Musik 27,no. 52 (December 25, 1847): 309-310.

Eine große Nothwendigkeit für das gute Spiel auf dem Contrabaß ist das Festhalten des Instruments mit der inneren Seite des linken Knies und des oberen Theils der rechten Wade, wobei die Spitze des rechten Fußes nach Außen gekehrt werden muß. Man kann diese Nothwendigkeit schon einsehen, wenn man die anderen Streichinstrumente betrachtet. Der Violinspieler muß die Violine fest mit dem Kinn halten, will er ungenirt und frei wirken; so auch der Cellist, welcher sein Instrument fest zwischen den Beinen hält. . . . Die Arme, die Mittel zur Hervorbringung der Töne, müssen frei und ungezwungen wirken können. (309)

A great necessity for playing the double bass well is holding the instrument with the inside of the left knee and the upper part of the right calf, so that the tip of the right foot must be turned outward. One can see this necessity from looking at the other stringed instruments. The violinist must hold the violin firmly with his chin, if he wants to operate uninhibitedly and freely; the cellist also, holds his instrument firmly between his legs. . . . The arms, the means of producing tone, must be able to operate freely and easily.

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, mit Hinblick auf die Symphonien von Beethoven." Neue Zeitschrift für Musik 28, no. 45 (June 3, 1848): 265-267.

Der Contrabaß, dieses wichtige Orchester-Instrument, blieb bis jetzt im Allgemeinen hinsichtlich seiner Ausbildung in auffallendem Verhältnisse gegen alle andere Musik-Instrumente zurück. (265)

The double bass, this important orchestral instrument, has remained behind until now in general regard of its training in a striking contrast against all other musical instruments.

Diese mangelhafte Seite so mancher Kunstproductionen wird gewiß Jedermann bedauern, der Urtheil hat, und wird mit meiner Behauptung übereinstimmen, daß diejenigen Ausführungen von Orchesterwerken, wobei die Bässe im Ensemble nur mangelhast gehört werden, sehr unvollkommen genannt werden müssen. (265)

This deficient side of so many art productions will certainly be regretted by anyone who has judgment, and will support my assertion that the execution of orchestral works in which the bass is poorly heard in the ensemble must be called very imperfect.

1) betrachtet man meistens den Contrabaß als ein Instrument, welches nicht genug Interesse bietet, um seine Ausbildung zum Lebenszwecke zu machen. . . . er steht oft, sehr oft verlassen und verkannt, und geräth leider meistens in die Hände von Ignoranten, . . . Es existiren genug Institute, bei welchen die Contrabassisten sich erst im Mannesalter diesem Instrumente gewidmet haben: was kann man daher von ihnen erwarten? (265-266)

1) most people consider the double bass as an instrument that does not provide enough interest to make its training a life purpose. . . . It often, very often, stands abandoned and misunderstood, and unfortunately ends up mostly in the hands of ignoramuses, . . . Plenty of institutions exist where double bassists have only devoted themselves to this instrument in adulthood: what can one therefore expect of them?

2) wird der Contrabaß gar oft von Subjecten behandelt, welchen bei allem Eifer die nöthige körperliche Kraft und Größe fehlt. . . . Ein David kann diesen Goliath nicht bezwingen! (266)

2) The double bass is very often handled by people who despite all their diligence lack the requisite physical strength and size. . . . A David cannot defeat this Goliath!

3) der Grund, daß dem Contrabasse die verhältnißmäßig gleiche Ausbildung wie den andern Instrumenten noch nicht geworden ist, auch darin, daß man weder ganz zweckmäßige Schulen hat, noch wirklich gebildete Lehrer in diesem Fache zu gewinnen sucht, welche ihre Zöglinge auf den rechten Weg bringen und sie darauf erhalten (266)

The reason that the double bass does not yet have training comparable to the other instruments is, also therein, that there are not sufficiently useful schools, or truly developed teachers who seek to succeed in this branch, which bring their pupils to the right path to obtain it.

Die Directoren und Vorsicher von Etablissements, welche die Ausbildung der praktischen Musik zum Zwecke haben, find viel zu nächlässig darin, und nehmen selbst viel zu wenig Interesse an dem Contrabaß. (266)

The directors of these establishments, whose purpose is the development of practical music, are too careless and take far too little interest in the double bass.

Man behilft sich wie es eben geht, und so wird denn der alte Sauerteig seit langer Zeit, von Generation zu Generation, bewahrt und geknetet. (266)

One manages to just keep it going, and as with the old sourdough, for a long time, preserves and kneads it from generation to generation.

Warum setzt man nicht einen Preis für eine gute Contrabaßschule aus? . . . Welcher Musikalien-Verleger wird einen Künstler für eine Contrabaßschule anständig honoriren? – Ja man muß fürchten, daß die meisten Herren eine Schule für den Contrabaß gar nicht, am Ende nicht einmal gratis übernehmen würden. (267)

Why doesn't one offer a reward for a good double bass method? . . . Which music publisher would decently reward an artist for his double bass method? Indeed one has to fear that most of the gentlemen would not accept a double bass method, in the end not even for free.

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, mit Hinblick auf die Symphonien von Beethoven. (Zweiter Artikel)" Neue Zeitschrift für Musik 29, no. 29 (October 7, 1848): 161-166.

Die Saiten müssen (neben dem, daß man sie hoch legt, um das Anschlagen auf das Griffbret zu vermeiden) auf dem Steg möglichst weit auseinander und so gelegt werden, daß man jede der beiden mittleren kräftig mit dem Bogen anstreichen kann, ohne dabei eine andere mit anzustreichen; (161)

The strings must (in addition to being positioned high enough to avoid hitting the fingerboard) be far enough apart on the bridge and placed so that one can bow each of the two middle strings powerfully without bowing another [string] with it;

der benutze immer italienische Saiten, die ohne allen Zweifel den Vorzug vor allen deutschen und französischen verdienen. Wir haben das gute Material nicht wie die Italiener; auch sind unsere deutschen Saiten, so wie auch die französischen, wenn sie auf das Instrument gezogen find, von einer unausstehlichen Härte und Starrheit. Die Ursache dieser letzten unangenehmen Eigenschaft ist, daß sie in viel längeren Wellen gedreht find als die italienischen. . . .
Was die Dicke der Saiten anbelangt, so muß sowohl die Größe als auch die Construction des Instruments den Maßstab geben. (162)

always use Italian strings, which without a doubt deserve preference above the German and French ones. We do not have the good materials that the Italians do; also our German strings, as well as the French, when they are bowed on the instrument, are of an obnoxious hardness and rigidity. The cause of this last unpleasant characteristic is that they are wound in much longer waves [twists] than the Italian ones. . . .
As for the thickness of the strings, both the size and the construction of the instrument will specify the size.

Zum Schluß noch die Bemerkung, daß nach meinen Erfahrung eine übersponnene A-Saite (welche im fertigen Zustande etwas dicker als die auf dem Instrumente befindliche G-Saite sein muß) der nicht übersponnene vorzuziehen ist, da letztere im Spiele genirt, weil sie viel dicker als die anderen Saiten sein muß, und auch bei weitem nicht den freien Ton wie die übersponnene hat. (163)

In conclusion, the observation, that according to my experience a wound A string (which in its finished state must be slightly thicker than the G string of the instrument) is preferable to a not wound one, since the latter bothers in playing, because it must be much thicker than the other strings, and has nowhere near the clear sound of the wound string.

Der linken Hand des Contrabassisten darf nur (wie der des Cellisten) die einzige Function des Tönegreifens obliegen, (163)
The left hand of the bass player is only (such as a cellist 's) responsible for the function of holding the notes,

Der von mir schon empfohlene längere Fuß des Instruments wird deises Festhalten sehr unterstützen. . . . der Spieler muß besonders auf eine würdevolle Haltung bedacht sein, da er sein Instrument stehend behandelt und somit dem Auge des Beobachters mehr ausgesetzt ist. (163)

The already recommended longer foot [endpin] for the instrument supports this [way of] holding [the bass]. . . . the player must be particularly careful of a dignified posture, as he plays his instrument standing and is more exposed to the observer's eye.

Ferner muß im Allgemeinen bei Secunden-Intervallen, nachdem man einen Ton mit der ganzen Hand gegriffen hat, das Fortrutschen in den folgenden Ton mit allen Fingern vermieden werden; namentlich ist dies bei schnelleren Passagen zu beachten und bei Tonleitern, welche von der Höhe in die Tiefe gehen. Das Rutschen ist, da es ein plumpes Spiel erzeugt, stets verwerflich! (164)

Furthermore, generally with intervals of seconds, after having played a note with the whole hand, forward shifts to following notes with all the fingers are avoided; in particular this is important in faster passages and in scales that go from very high to very low. This shift, because it generates clumsy playing, is always reprehensible!
  1. Starkes und langes Aushalten einzelner Töne, wobei man Zeit hat, über die richtige Führung des Bogens zu reflectiren und die Kraft der Finger an der linken Hand zu prüfen.
  2. Scalen in allen Tonarten, mit Anwendung verschiedener Fingersätze.
  3. Terzen, Sexten, Octaven.
  4. Gebrochene Accorde in allen Tonarten und Gattungen, welche zur Uebung in den Bogenwendungen Veranlassung geben, und, wie bekannt, so sehr oft in den Contrabaßpartien angewendet werden.
  5. Legato-Spiel, mit drei Tönen vorwärts und rückwärts beginnend, und bis zu völligen Scalen in allen Tonarten fortschreitend. Zuletzt.
  6. Triller mit halben und ganzen Tönen. (165)
  1. Strong and long sustained single notes, so one has time to reflect about the proper use of the bow and to test the strength of the fingers of the left hand.    
  2. Scales in all keys, with application of different fingerings,
  3. Thirds, sixths, octaves,
  4. Broken chords in all keys and genres, which give rise to the practice of string changes, and, as it is well known, are very often used in double bass parts
  5. Legato, starting with three notes forwards and backwards, and progressing up to complete scales in all keys. Last.
  6. Trills with half- and whole-steps.

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, nebst einem Hinblick auf die Symphonieen von Beethoven (Dritter Artikel und Schluß)" Neue Zeitschrift für Musik 30, no. 2 (January 4, 1849): 9-11.

Beethoven hat in seinen Symphonieen, außer anderen unermeßlichen Kunstschätzen, auch einen wahren Schatz für die Ausbildung des Contrabassisten niedergelegt; (9)

Beethoven has produced in his symphonies, in addition to other unmatchable artistic treasures, also a true treasure for the development of double bass players;

Mißgriffe, welche freilich in der Begeisterung des Schöpfers, die die Mittel zur Ausführung öfters nicht mehr berücksichtigte, und in der zu wenigen Kenntniß des Mechanischen des Instrumentes Entschuldigung finden. – Beethoven hat namentlich in seiner neunten Symphonie (auf welche ich später specieller zurückkomme) nicht allein die menschlichen Kräfte überschätzt, sondern auch durch die allzugroße Schwierigkeit der Passagen Problemas gestellt, deren Lösung nicht genügen kann. Seine Neunte-Symphonie-Contrabassisten müssen eigentlich Polypheme in Bezug auf die Körperkraft, und Paganini's hinsichtlich der technischen Ausbildung auf ihrem Instrumente sein.
Beethoven hat ferner bei dem Niederschreiben des Contrabaß-Parts in seinen Compositionen mit vielen Anderen öfters die tadelnswerthe Gewohnheit getheilt, daß er den Umfang des Instrumentes unberücksichtigt ließ, und namentlich in der Tiefe Töne, ja ganze Passagen niederschrieb, welche auf dem Contrabasse nicht mehr zu finden sind.(10)

Mistakes, which certainly in the enthusiasm of the creator, who often no longer considers the means of performance, and has little knowledge of the mechanics of the instrument, can be excused. –Beethoven, especially in his ninth symphony (to which I will come back later in more depth), not only overestimated human strength, but also provides problems with excessively difficult passages, that no solution can satisfy. The double bassists in his ninth symphony must be Polyphemus in terms of strength, and Paganini in terms of technical training on their instruments.
Beethoven also has, in writing the double bass parts in his compositions, the reprehensible habit shared with many others, that he has disregarded the range of the instrument, and specifically in the lower notes, written entire passages which are not to be found on the double bass.

Hauptgrundsätze für den Contrabassisten
bei der Ausführung der Symphonieen von Beethoven.
1) Der Contrabassist muß, wenn er eine Symphonie von Beethoven (und namentlich eine von den größeren) auszuführen hat, seine Kraft eintheilen, damit er gegen den Schluß noch etwas Vorrath hat und nicht vor der Zeit erlahmt.
2) Bei allen Eintritten von Themas, sprechenden Stellen, welche in den Symphonieen von Beethoven sehr oft vorkommen, muß der Contrabassist seinen Ton mehr zusammenfassen; er muß ein Anderer als bei dem Accompagniren sein; er muß fein sauber spielen und, ohne prätensiös zu sein, gleich den regelmäßig stimmführenden Instrumenten, seiner Melodie Ausdruck und Geltung zu verschaffen wissen.
3) Um dieses wirksamer thun zu können, soll er bei aller: melodiösen und bei solchen Stellen, welche in zarter Weise einen Contrapunkt gegen andere Stimmen bilden, namentlich wenn sie mit liegendem Bogen vorgeschrieben sind, -- so viel möglich die leeren Saiten zu vermeiden suchen; sie bringen Ungleichheit in den Ausdruck, da sie stets stärker und freier tönen.
4) Noch eine Hauptbemerkung: Es ist nämlich öfters die Nothwendigkeit vorhanden, zur Unterstützung des Ausdrucks gewisse Baßstellen, ja manchmal einzelne Baßnoten, im forte und piano mehr wie gewöhnlich zu marquiren und hervorzuheben, auch wenn keine besonderen Ausdrücke vorgeschrieben sind. Freilich muß dieses Herborheben, Schwerernehmen, der Einsicht und dem Urtheil des Ausführenden überlassen bleiben. (11)
Main principles for bass players
in the execution of the symphonies of Beethoven.
1) The double bass player must, if he plays a symphony of Beethoven (and especially if it is one of the larger ones), save his strength, so that he still has a reserve towards the end and does not wane ahead of time.
2) With all entries of themes, [speaking] passages, which occur very often in the symphonies of Beethoven, the double bass player must concentrate his tone more; he must be different than when accompanying; he must play finely clean and, without being pretentious, like the regular leading instruments, give expression and worth to his melody.
3) In order to do this effectively, he should with all: melodic and other such places, which in a delicate way form counterpoint against other voices, especially when they are written with the slurred bowing –avoid the open strings as much as possible; they cause inequality in the expression because they always sound stronger and freer.
4) Another main remark: It is indeed often that the necessity exists to support the expression of certain bass lines, sometimes single bass notes must be highlighted and emphasized more in forte and piano, even if no specific expressions are prescribed. Of course, this highlighting, accenting, must be left to the insight and judgment of the performer.

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, nebst einem Hinblick auf die Symphonieen von Beethoven. (Fortsetzung)" Neue Zeitschrift für Musik 30, no. 3 (January 8, 1849): 15-18.

Gleich vornherein ist hier der mit Nr. 3 ausgesprochene Grundsatz zu berücksichtigen. Eigentlich müßte daher die Stelle: . . . da aber das vorgeschriebene crescendo bei dem Herabsteigen vom hohen as zu bedeutende Schwierigkeiten macht, und daher nicht genug hervortreten würde, so glaube ich, daß man die Stelle am zweckmäßigsten und effectvollsten so ausführt: (15-16)

Like the beginning, here the no. 3 primary principle should be considered. Therefore, this excerpt should: . . . be performed entirely on the A string, with the exception of the last note in the bar; but since there would be significant difficulties with making the prescribed crescendo in the descent from high, and it would therefore not standout enough, I think that it would be most convenient and effective to execute the passage as:

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, nebst einem Hinblick auf die Symphonieen von Beethoven. (Fortsetzung)" Neue Zeitschrift für Musik 30, no. 5 (January 15, 1849): 28-32.

Ich halte den angezeigten Fingersatz für zweckmäßiger, da man bei dem gewöhnlichen die Hand fünfmal versetzen muß, und dennoch wegen des Saitenwechsels die Gleichheit des Tones und die nöthige Ruhe des Bogens nicht erreicht. (29)

I find the fingering displayed more appropriate, since normally you have to shift your hand five times, and because of the string-changes still do not achieve the equality of sound and necessary calmness of the bow.

da sie beinahe frei im Basse liegen und deshalb besonders deutlich hervortreten sollen. Die Wendung des Bogens bei der ersten Stelle, wo mehrmals eine Saite übersprungen werden muß, und die tiefe Lage beeinträchtigt die Deutlichkeit sehr; darum spiele ich die erste Stelle auf folgende Weise: . . . dies gerade als Vorschrift hinzustellen, weil es nicht leicht ist, das hohe a als Flageolett mit der gehörigen Stärke hören zu lassen, und weil ich nichts zur Veränderung empfehlen will, was die Möglichkeit der Ausführung für sich hat; aber deutlicher und hervortretendes wird sicher diese Stelle, wie ich sie eben hinsetzte, d.h. wenn sie gut und solid vorgetragen wird. (31)

since they lie almost entirely in the bass, and therefore should stand out particularly clearly. The turn of the bow in the first passage, where several times a string must be skipped, and the low pitch influences the clarity a lot; that is why I play the first passage in the following way: . . . just to pose a recommendation, though it is not easy, to let the high A be heard with proper strength as a harmonic, and because I do not want to recommend to change that which has the possibility of execution; but this passage will become clear and audible when it is performed well and solidly.

Die erste ist die am Schlusse des ersten und Anfang des zweiten Theiles vorkommende Achtel-Passage, bei der ich eine kleine Vereinfachung in der hier folgenden Weise, zur Erhaltung der dabei besonders in Anspruch genommenen Kraft, vorschlage. (31)

The first is the eighth-note passage at the end of the first and beginning of the second part, in which I suggest a small simplification in the following manner, for the conservation of otherwise considerably expelled force:

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, nebst einem Hinblick auf die Symphonieen von Beethoven. (Fortsetzung)" Neue Zeitschrift für Musik 30, no. 13 (February 12, 1849): 65-67.

Ich vereinfache sie mittelst der zwei in den Accord gehörigen Achtel-Noten: . . . und glaube dies Jedem anrathen zu dürfen, denn die anhaltende Benutzung der tieferen Saiten des Instruments mit stark und schnell aufeinander folgenden Tönen (bei welcher auch die Kraft der linken Hand zu sehr getheilt und gebrochen wird), giebt ein Durcheinander, das der Sache und dem Effecte weit weniger vortheilhaft ist, als wenn man einfachere, aber in der Harmonie liegende Töne kräftig und fest zu dem ins Mittel tretenden Cello anwendet. (65-66)

I simplified by means of the two notes associated with the chord in eighth notes: . . . And believe this to be advisable to all, because the continued use of strong and fast notes on the lower strings of this instrument (in which the force of the left hand is too divided and broken), gives a mess, which is far less advantageous to the cause and the effect, than if you firmly and strongly apply the simpler notes that lie in the harmony while the Cellos pass through.

was sicher dem Effecte und der Deutlichkeit sehr großen Vorschub leistet. Ja ich schlage sogar vor, die später vorkommende, um eine Quarte höher liegende, derartige Stelle eben so zu behandeln, obgleich die dort vorgeschriebenen Töne im Bereich des Contrabasses liegen. Ich unterstütze diesen Vorschlag durch meine Erfahrung, und bin überzeugt, daß Beethoven selbst diese Veränderung, welche einen hervortretenden Gedanken in die wirksamste Lage des Instruments verlegt, gewiß billigen würde, wenn man sein Urtheil darüber hören könnte. (66)

which surely provides a great encouragement to the effect and clarity. Indeed, I suggest even for the later occurrence that lies a fourth higher, to treat such a passage like this, although the written notes are in the range of the double bass. I support this proposal with my experience, and I am convinced that Beethoven himself, if one could hear his opinion about it, would approve of this change, which with prominent thoughts, is moved to the most effective position of the instrument.

 

Müller, August. "Ueber den Contrabaß und dessen Behandlung, nebst einem Hinblick auf die Symphonieen von Beethoven. (Schluß)" Neue Zeitschrift für Musik 30, no. 21 (March 12, 1849): 109-113.

Nun kommt ein Allegro energico im 6/4 Tact, welches zwei Stellen enthält, die ohnstreitig am schwierigsten von allen sind. Hier muß ohne allen Zweifel eine kleine Vereinfachung eintreten, wenn der Contrabassist nicht verzweifeln soll. Die erste Passage geht noch; aber wegen des schon zu sehr in Hinsicht der Anstrengung in Anspruch genommenen Bogens, dürfte auch bei ihr die von mir vorzuschlagende Vereinfachung am Platze sein: (112)

Now comes an Allegro energico in 6/4 time, which contains the two excerpts which are arguably the most difficult of all. A little simplification must without a doubt occur here, the double bassist should not despair. The first passage is still doable; but because it has already taken so much effort for the bow, the simplification that I propose should be appropriate:

Die zweite schwierigere Stelle auf dieselbe Art vereinfacht. Für den, der schon zu sehr ermüdet ist, und der, namentlich die zweite Stelle, selbst bei dieser Vereinfachung nicht fest und energisch mehr zu Stande bringt, schlage ich eine noch größere Vereinfachung vor, welche am Ende immer noch besser ist, als wenn er auf dem Instrumente planlos herumpudelt und so gar nicht wirkt: (113)
The second difficult passage is simplified in the same manner. For anyone who is already very tired, and cannot firmly and energetically perform even this simplification, especially in the second passage, I suggest an even greater simplification, which is still better in the end, than if he haphazardly puddles around on his instrument to no effect.

 

"Anfrage." Neue Zeitschrift für Musik 29, no. 30 (October 10, 1848): 179.

Warum ist in der Schrift vom Contrabassisten Müller aus Darmstadt (N. Zeitschr. f. Mus. Band 28 Nr. 45), deren Fortsetzung oder Schluß nach einer langen Zwischenzeit bis jetzt noch immer nicht erschienen ist – unter den als neu angeführten Contrabaßschulen nicht auch die vom Contrabassisten Franke in Dessau (Chemnitz, bei Häcker), welche bereits schon seit fünf Jahren im Druck herausgekommen ist, auch eine günstige Recension in diesen Bl. erhalten hat, mit angeführt? Hr. Müller wir hierdurch, sowohl im Interesse der Kunstwelt überhaupt, als des hiermit unangenehm berührten Künstlers selbst, ersucht, auf die besondere Erwähnung der Franke'schen Schule nachträglich Rücksicht zu nehmen, da wohl als einziger Grund für die oben erwähnte Unterlassung nur hier eine zufällige Unbekanntschaft des Verf. mit dem Werke anzunehmen ist.

Why does the writing from the double bassist Müller from Darmstadt (NZfM vol 28 no 45), whose continuation or conclusion has until now still not appeared after a long interval –not list with the published double bass methods, the one by the double bassist Franke in Dessau (Chemnitz, published by Häcker), which has already been in print for five years, and has also received a favorable review in this periodical? We hereby invite Mr. Müller, in the interest of the art world in general, as well as for the unpleasantly affected author himself, to make a special mention of Franke's method in a later consideration, as well as assuming that the only reason for the above-mentioned omission is an accidental unfamiliarity of the author with the work.